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Was verbirgt sich hinter dem Projekt „Grenzerfahrungen“?

Das Modellprojekt „Grenzerfahrungen“ wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gefördert und stellt heraus, welche Bedeutung Grenzen haben. Es stellt die Frage, wie Grenzen auf ihren unterschiedlichen Ebenen (persönlich, gesellschaftlich, staatlich, national, international) wahrgenommen werden und welche Folgen sie haben. Es wird an insgesamt vier Standorten des internationalen Bundes durchgeführt: Lübeck, Frankfurt (Oder), Köln und Pirmasens.

Durch pädagogisch begleitete Reisen zu geografischen Grenzen wird erlebbar, wie sich zum Beispiel nationalstaatliche Grenzen durch Nationalismus in ideologische Grenzen transformieren können.
Mithilfe von bewährten pädagogischen Ansätzen, neuen Medien, Kunst und Musik, wird die soziale Konstruktion von Grenzen auf ihren unterschiedlichen Ebenen, sowie auch ihre Rolle als Nährboden für Nationalismus und Radikalisierungsprozesse, erkannt und dekonstruiert.

Gegensätze begegnen uns überall, sowohl im persönlichen, als auch im politischen und kulturellen Leben. Gegensätze gestalten, erzeugen Spannung und bringen Vielfalt. Pirmasens, mit seinen rund 40.000 Einwohnern, ist wie viele andere Städte eine Stadt mit starken Gegensätzen. Es gibt überdurchschnittlich viele Millionäre, ebenso wie Sozialhilfeempfänger, wie auch Menschen mit Migrations- und/oder Flüchtlingshintergrund. Eine hohe Arbeitslosenquote geht einher mit einer relativ großen Anzahl an namhaften Firmen und mittelständigen Unternehmen, die händeringend auf der Suche nach Fachkräften sind. Wenn zwischen den Gegensätzen auf Dauer ein zu großes Ungleichgewicht entsteht und sich Grenzen verhärten, können z. B. Sozialneid, Perspektivlosigkeit, sowie die Angst vor kultureller Überfremdung aufkommen und erhöhen die Affinität sich zu radikalisieren.

Das Zusammentreffen vieler verschiedener individueller Menschen bringt eine Menge Möglichkeiten und Chancen mit sich, aber oftmals auch Unsicherheiten – denn anderes Denken stellt das Eigene infrage. Diesen Unsicherheiten sollen in Pirmasens mithilfe des Projekts „Grenzerfahrungen“ begegnet werden. Das Projekt zielt darauf ab, Jugendlichen und jungen Erwachsenen Hilfestellung in der aktuell spannungsvollen Zeit zu geben – Gegensätzen, Grenzen und Unsicherheiten positiv gegenübertreten zu können. Kunst und Kultur soll dabei als das Element genutzt werden, mit dessen Hilfe wir die Themen bearbeiten und ihnen Ausdruck verleihen. Zeitgleich werden Begegnungen und Dialoge zwischen den jungen Menschen gefördert. Denn nur in der Auseinandersetzung und im Dialog mit anderen erkennen wir Gemeinsamkeiten und können einander besser verstehen.

Was?

Workshops für Schulklassen und Gruppen á 2 bis 4 Unterrichtseinheiten (UE) Aktionen in den Bereichen Medien, Musik und Tanz
Inhalte: Über persönliche, geografische und körperliche Grenzen wird zu Themen wie Interkulturalität, Hatespeech, Diversität oder der Bearbeitung von aktuellen Geschehnissen im historischen Bezug hingeführt Ggf. können innerhalb der Angebote künstlerisch-kreative Ergebnisse der Sparten Tanz, Theater, bildende Kunst, Medien und/oder Musik entstehen

Wie?

Die Beteiligung und Orientierung an den Bedürfnissen der Teilnehmenden in den Angeboten steht im Vordergrund Inhalte und Methoden werden auf die jeweiligen Zielgruppen individuell abgestimmt gruppendynamische Übungen und künstlerisch-kreativer Output um soziales, emotionales und Erfahrungslernen ins Zentrum zu rücken

Wo?

Durchführungsorte: in den Räumlichkeiten der JugendKulturWerkstatt Pirmasens oder direkt bei den entsprechenden Kooperationspartnern
Stadt Pirmasens und Kreis Südwestpfalz

Wer?

Zielgruppe: Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 12 – 27 Jahren, bei denen Interesse oder Bedarf an der Auseinandersetzung mit den Themen Rechtsextremismus und Grenzen besteht Kooperationspartner: Schulen, Vereine, Träger der Jugendhilfe, Träger der Behindertenhilfe und weitere soziale Einrichtungen und Institutionen

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